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Brigitte Engel

Das Atelier › Handwerk

Das Wachsausschmelzverfahren

Von Wachs zur Metallskulptur: das Verfahren hinter jedem Stück von Brigitte Engel, seit fünf Jahrtausenden unverändert.

Brigitte Engel beim Modellieren des Rings Polichinelle

Eine 5 000 Jahre alte Technik

Das Wachsausschmelzverfahren (cire perdue) ist eine der ältesten bekannten Techniken der Metallbearbeitung. Bereits um 3000 v. Chr. im Industal belegt, diente es zur Herstellung der Bronzen des antiken Griechenlands, der sakralen Objekte des Königreichs Benin und der Silberarbeiten der Goldschmiede der Renaissance.

Bis heute ist es die getreueste Technik, um eine bildhauerische Idee in Metall zu übersetzen: Jedes Detail des Originalmodells bleibt im fertigen Stück erhalten, bis hin zu den feinsten Spuren, die die Finger der Künstlerin hinterlassen haben.

Schritt 1 - Modellieren in Wachs

Jedes Stück beginnt als rohes Wachsstück, das Brigitte Engel von Hand schnitzt. Das ist die längste Etappe des Verfahrens, bei komplexen Stücken oft mehrere Tage oder Wochen.

Das Wachs erlaubt Detailarbeit: den Ausdruck eines Gesichts, das Relief einer Textur, die Spannung einer Linie. Das Wachsmodell trägt die unmittelbare Spur der menschlichen Hand: den Druck des Werkzeugs, das Zögern einer Geste, die leichte Asymmetrie einer Rundung. Jede Unregelmäßigkeit ist gewollt, sie ist die Signatur des Stücks.

Schritt 2 - Der Feinguss

Die fertige Wachsskulptur wird anschließend an ein Wachs-Gusskanalsystem angesetzt und in eine feuerfeste Gipsform eingebettet, die im Ofen auf 750 °C erhitzt wird: Das Wachs verflüchtigt sich vollständig (daher „verlorenes“ Wachs) und hinterlässt ein perfektes Hohlnegativ der ursprünglichen Skulptur.

Geschmolzenes Metall wird dann in die Form gegossen. Nach dem Abkühlen wird der Gips aufgebrochen und gibt den Rohguss frei: eine Kopie des Wachsoriginals in Metall, mit den feinen Abweichungen, die jedem Guss eigen sind.

Schritt 3 - Endbearbeitung und Ziselieren von Hand

Der Rohguss kehrt an Brigitte Engels Werkbank zurück. Die Gusskanäle, die Metallstege, die das geschmolzene Metall in die Form geleitet haben, werden abgetrennt, dann beginnt das Ziselieren, ein sorgfältiges Verfeinern der Oberfläche.

Das selektive Polieren und die Patina erzeugen gemeinsam das kontrastreiche Finish, das die Arbeit von Brigitte Engel kennzeichnet: Die erhabenen Flächen werden auf Hochglanz gebracht, während die Vertiefungen durch eine Oxidation abgedunkelt werden, was Tiefe und Textur der Skulptur betont.

Was jedes Stück einzigartig macht

Neben dem Guss selbst bringt die Endbearbeitung feine Abweichungen mit sich, die jedes Stück einzigartig machen: Patina und Politur, ganz von Hand ausgeführt, wiederholen sich nie exakt von einem Stück zum anderen.

Jedes Stück trägt, mit einer Stahlpunze eingeschlagen, Brigitte Engels Herstellerzeichen und die Feingehaltspunze 925. Limitierte Editionen tragen zusätzlich ihre Nummer.